Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, heißt es. Und zumindest in meinem Fall dürfte das Sprichwort zutreffen, denn: Mein acht Monate alter Sohnemann hat Autos offenbar so gern wie sein Papa. Derart gern sogar, dass er jedesmal friedlich einschlummert, wenn wir gerade einmal zehn Minuten unterwegs sind. Mehrstündige Autobahn-Touren zu Oma und Opa? Kein Problem.
Ausnahme: rote Ampeln oder andere kurze Stopps. Dann nämlich wird solange geraunzt und geweint, bis es weiter geht und Sohnemanns Frieden schlagartig wieder hergestellt ist. Liegt es am gemütlichen Schaukeln über Boden-Unebenheiten oder doch am sonoren Dröhnen des Motors, dass der kleine Mann im Auto so gut schläft? Meine Freundin und ich wussten es nicht – bis heute. Denn das Gefährt für einen kurzen Ausflug ins Grüne hieß diesmal Mitsubishi i-MiEV, und der rollt dank Elektromotor ja nahezu lautlos durch die Gegend. Fein, dachten wir, eine Variable unseres Schlaf-Rätsels würde somit wegfallen.
Und tatsächlich: Nachdem das (für Erwachsene nervtötende) Piepsen bei angestecktem Zündschlüssel und geöffneter Tür – der Filius quittierte es hingegen mit großen Augen und fröhlichem Kichern – aufgehört hatte und wir die ersten zwei Kilometer gefahren waren, war von hinten außer leisem Schnarchen nichts mehr zu vernehmen. Das Radio blieb außerdem ausgeschaltet. Allerdings nicht etwa aus Rücksicht auf den kleinen Passagier – der hört unterwegs nämlich ganz gern Beatles oder Metallica – sondern dem Mitsubishi zuliebe. Denn jeder zusätzliche Stromverbraucher kostet im Elektroauto wertvolle Reichweite, und wir wollten dann doch noch ein Stückerl fahren.

Das Rätsel war also gelöst: Babies schlafen im Auto, weil es schaukelt und nicht wegen des Motoren-Geräuschs – zumindest unseres. Quod erat demonstrandum. Aber wie steht es um die praktische Baby-Tauglichkeit des i-MiEV? Nun, toll ist vor allem das hohe Dach, weil man sich beim Babysitz-Montieren hinten nie den Kopf anhaut wie bei vielen niedrigeren Autos. Und ist das Sitzerl einmal drinnen, bleibt für die vorderen Passagiere in der Länge trotzdem mehr als genug Platz – dank des langen Radstands des Japaners.

Problematisch wird es aber mit dem Kinderwagen: Denn das Kofferabteil des i-MiEV ist ohnehin schon kein Raumwunder und wird durch die im Boden verbauten Akkus noch zusätzlich eingeschränkt. Sprich: Ist das zusammengeklappte Wagerl verstaut, passt nicht einmal mehr ein Rucksack in den Kofferraum. Ein Picknick-Korb etwa müsste dann auf der Fondbank neben dem Kindersitz platziert werden – und die Oma (zum Beispiel) leider daheimbleiben.
Fazit des Papas: Für einen Tagesausflug zu zweieinhalbt in (Reichweiten-bedingter) Wohnort-Nähe mit Kindersitz, -wagen und Wickeltasche ist der i-MiEV komplett babytauglich. Aber eben nur ohne Zusatzgepäck und ohne Schwiegermutter.
Die Mama hat außerdem praktische Bedenken: “Wenn, so wie letztens in Wien im 17. Bezirk, für Stunden der Strom ausfällt, das Auto da aber gerade auflädt und ich am nächsten Morgen einen wichtigen Termin habe, zu dem ich es brauche, dann hab ich schon ein Problem.”
Kurz fällt dagegen das Fazit des Sohnemanns aus: *Schnarch!*
Christoph Löger
ÖAMTC Online/auto touring